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Franz-Xaver, Leiter Fachstelle Verkehr

Als Polizist oder Polizistin ist man immer im Dienste der Bevölkerung und damit auch ein Teil von ihr als Ganzes.

29.12.2021
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Franz-Xaver
Franz-Xaver

Stell dich doch mal vor. Wer bist du?
Ich heisse Franz-Xaver und arbeite bei der Sicherheits- und Verkehrspolizei als Leiter Fachstelle Verkehr. 1985 habe ich die Polizeikarriere in der Zentralschweizerischen Polizeischule in Luzern begonnen.

Warum hast du dich für den Beruf Polizist entschieden? Was macht der Beruf für dich aus?
Das Technische und Maschinen haben mich schon immer fasziniert. Also machte ich eine Lehre als Landmaschinenmechaniker. Im Verlaufe des Militärdienstes fand ich Gefallen an der (Zusammen-) Arbeit mit Leuten. Das war irgendwie eine ganz andere Welt. Man war unterwegs, lernte Land und Leute kennen. Wieder zurück im angestammten Berufsleben stellte ich mir bald die Frage, was ich nun lieber täte. So bewarb ich mich bei der damaligen Kantonspolizei Luzern mit Erfolg. Spannend war für mich die Aussicht in neue Gebiete vorzustossen, immer wieder mit neuen Situationen konfrontiert zu werden, helfend, aber manchmal auch mal tadelnd unterwegs zu sein. Man hat täglich immer wieder mit Leuten und ihren Schicksalen zu tun. Natürlich gibt es dazwischen auch immer wieder erfreuliche Begebenheiten. 

Wie hat dein privates Umfeld auf deine Berufswahl reagiert?
Zuerst mit grossem Erstaunen. Wie konnte er doch als nicht ganz ungeschickter Handwerker weg von diesem Business, dachten viele in meinem Umfeld. Man kannte es halt nicht. Ja, die «Kantönler» waren im Hinterland halt doch ziemlich weit weg und wenn man sie einmal sah, verhiess dies nichts Gutes. Das legte sich aber sehr rasch und man freundete sich mit meinem Wechsel an. 

Wo warst du bei der Luzerner Polizei schon überall tätig?
Nach der Polizeischule und dem obligaten Dienstjahr auf der Hauptwache mit dem berühmten Büro 14 am Bahnhof ging es zur Sicherheitspolizei auf den Polizeiposten Triengen. Nach sechs Jahren zog es mich für zwei Jahre zum Kriminaltechnischen Dienst mit dem Haupttätigkeitsfeld für die Spurensicherung und Spurenauswertung. Doch schon bald merkte ich, dass die Arbeit zwar äusserst interessant und komplex war, mir aber doch der Dienst draussen an der frischen Luft zunehmend fehlte. So zog es mich 1995 zur Verkehrspolizei. Dort habe ich die klassische Laufbahn von der Pike auf durchlaufen. Jetzt war ich auch plötzlich einer «der Kantönler» und beschäftigt mit Patrouillendienst, Unfallsachverhaltsaufnahmen, Geschwindigkeits- und allgemeinen Verkehrskontrollen, aber auch mit der Instruktion an technischen Gerätschaften. Anfänglich hat die Kantonspolizei noch zwei Zentralen betrieben. So gab es auch Einsätze in der Verkehrszentrale zu leisten. Die Kantonspolizei Luzern hat sich im Verlaufe der Zeit organisatorisch mehrfach verändert und sich 2010 mit der Stadtpolizei Luzern zur Luzerner Polizei vereinigt. So durfte ich im Verlaufe der Zeit auch mehrere Funktionen ausüben, die mir immer sehr viel Freude bereitet haben. 

Wie sieht deine jetzige Aufgabe bei der Verkehrspolizei aus?
Als Leiter Fachstelle Verkehr wirke ich heute in einem Teilzeitpensum von 80 Prozent primär im Hintergrund. Dabei helfen mir die Erfahrungen aus den früheren Tätigkeiten sehr. Täglich beschäftige ich mich mit verkehrspolizeilichen Fragen und nehme in diesem Bereich die Schnittstelle zwischen der Luzerner Polizei zu unseren Partnern im Kanton und über die Arbeitsgemeinschaft der Chefs der Verkehrspolizeien der Schweiz schweizweit wahr. Interessant ist immer wieder der Prozess der Gesetzgebung, die Möglichkeit zielgerichtet im Interesse der Polizei bei Vernehmlassungen zum Strassenverkehrsrecht mitzuwirken, aber auch das Wissen und die Erfahrung einzubringen. Die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinaus, der Meinungs- und Erfahrungsaustausch ist gewinnbringend für alle. Dazu gibt es schweizweit verschiedene Gefässe, in denen ich gerne die Luzerner Polizei vertrete. Auch verschiedene Verbände und Organisationen rund um die Mobilität suchen immer wieder die Nähe zur Polizei. So kommt man mit den verschiedensten Menschen in Kontakt, seien das Vertreter der Fussgänger- oder Velolobby, des Automobil- oder Transportgewerbes, aber auch mit Vertretern des Öffentlichen Verkehrs.

Zunehmend gelangen die Bürgerinnen und Bürger auf verschiedenen Wegen mit Bürgeranfragen an uns. Sie wollen ernst genommen und bedient werden. Betriebsintern gibt es bei der Umsetzung und Anwendung des Strassenverkehrsrechtes immer wieder Fragen und Ungereimtheiten, die möglichst zentral und einheitlich geregelt werden müssen. Nur so entstehen begehbare Pfade und Anwendungshilfen. Das schafft Sicherheit, aber auch Rechtsgleichheit für die Betroffenen. Besonders spannend und wichtig ist mir der gute Draht zur Strafbehörde für die Rechtsauslegung und zum Strassenverkehrsamt als Zulassungsbehörde für Mensch und Fahrzeug zum Strassenverkehr. 
Darüber hinaus beschäftige ich mich mit Verkehrspräventionsthemen und leite seit Jahren die Arbeitsgruppe Verkehrsprävention. 

Du hast sehr vieles in deiner Polizeikarriere erlebt. Gibt es eine Situation, welche dich besonders geprägt hat?
Nachdem ich auf der Karte den Ort Triengen nach dem Erhalt des ersten Dislokationsbefehles gefunden hatte, begann dort schon bald der erste Arbeitstag. Triengen sagte mir damals als Hinterländer nicht wirklich viel. Prägend war dann der erste Arbeitstag. Morgens um 07.15 Uhr konnte ich in Sursee beim Amtschef den Schlüssel abholen, nach Triengen fahren und den Polizeiposten pünktlich um 08.00 Uhr öffnen. Ja, die Einführung war wirklich knapp. Diese Erfahrung machte aber auch sehr rasch selbständig. Ein Handy, mobiles handliches Funkgerät oder eine brauchbare Schreibhilfe waren ein Fremdwort. Stattdessen stand eine alte Adler-Schreibmaschine für die Journalführung auf dem Tisch. Das war die zweite spannende Erfahrung. Unsere Generation hatte das Glück in die heutige Zeit hinein zu wachsen. Nicht nur die rasante Entwicklung gibt Stoff für besondere Geschichten. Auch die Zeit in der Sondereinheit Habicht mit dem Ernsteinsatz vom Überfall auf die Regiobank 1997 in Luzern war prägend. So nahe am hektischen Geschehen mit dem Finger am Abzug brauchte Nerven. Das hatten wir zum Glück zuvor X-mal trainiert, aber praktisch nie an den Ernstfall geglaubt. Darüber hinaus gab es sehr viele interessante und herausfordernde verkehrspolizeiliche Ereignisse. So u.a. die Massenkollision auf der Autobahn A2 am Dreikönigstag 2000 oder der Raserunfall von Malters im Jahr 2005. Dieser bildete quasi den Auftakt zu einer Serie von Raserunfällen schweizweit, was den Bund beflügelte, das Verkehrssicherheitsprogramm Via sicura mit all seinen Massnahmen auf die Beine zu stellen. 

Was hättest du gerne gewusst, bevor du bei der Polizei angefangen hast? Hast du Tipps für Berufseinsteiger?
Geht mutig und mit offenen Augen durch die Welt, guckt euch bei erfahrenen Kolleginnen und Kollegen immer das Beste ab und übernehmt das. Behandle dein Gegenüber immer so, wie du gerne behandelt werden möchtest. 

Möchtest du noch etwas Abschliessendes sagen?
Als Polizist oder Polizistin ist man immer im Dienste der Bevölkerung und damit auch ein Teil von ihr als Ganzes. Wir können mit unserem beherzten und professionellen Auftreten einen wesentlichen Beitrag für das geordnete Zusammenleben leisten. 



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