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Aspirantin Melissa

Eindrücke während der Ausbildung

26.02.2021
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Melissa
Melissa

Die Polizeiausbildung ist eine Zweitausbildung. Was hast du ursprünglich gelernt und warum hast du dich entschieden eine weitere Ausbildung zu absolvieren?
Nach meiner Grundausbildung zur Schreinerin arbeitete ich fünf Jahre auf dem Beruf. Gleichzeitig bildete ich mich berufsbegleitend weiter und absolvierte die Projektleiterschule. Trotz meinen vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben als Projektleiterin in einer Schreinerei sehnte ich mich nach einer neuen Herausforderung und einem Beruf mit mehr Menschenkontakt. 

Was hat dich am Beruf Polizistin/Polizist angesprochen?
Am Beruf der Polizistin, des Polizisten hat mich sehr vieles angesprochen. Dazu gehören nebst der Herausforderung und dem Kontakt zu Menschen auch das Arbeiten in einem starken Team, die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten, dass man nie weiss, was ein normaler Arbeitstag mit sich bringt, die Schichtarbeit und dass man tagtäglich die Gelegenheit bekommt, etwas Gutes zu bewirken. Mir gefällt auch, dass das Ausführen des Berufes oftmals draussen stattfindet, wo man viel emphatisches, aber auch handwerkliches Geschick benötigt. Dazu hat man zur Abwechslung auch ruhigere Arbeiten im Büro.

Wie erlebst du die Polizeiausbildung?
Die erste Woche haben wir im Korps gestartet. Es war eine sehr spannende Woche, in der vor allem das Kennenlernen der verschiedenen Abteilungen sowie der 13 Aspirantinnen/Aspiranten unseres Lehrganges im Fokus standen. Die erste Woche an der Schule war sehr intensiv. Es kamen viele neue Eindrücke und vor allem verschiedenste neue Fächer zusammen. Insgesamt sind wir sechs Klassen à 24 Schüler. Die Luzerner Polizistinnen und Polizisten wurden auf zwei Klassen aufgeteilt. Tagsüber wechseln sich theoretische Fächer wie Polizeipsychologie, Kriminalistik, Deutsch, Recht und Verkehr mit praktischen Fächern wie persönliche Sicherheit, Sanitätsdienst, Schiessen und Sport ab. Im Sport hatten wir bereits die erste Prüfung, einen 12–Minuten-Lauf. 720 Sekunden lang im Kreis zu rennen gehört zwar nicht gerade zu meinen Lieblingssportarten, aber es ist ein super Training für die mentale Stärke. Abends fasse ich jeweils das Gelernte des Tages zusammen, lasse die neuen Infos rekapitulieren und esse dann gemeinsam mit meinen Mitaspirantinnen/-aspiranten zu Abend. Um körperlich fit zu bleiben und gut für die weiteren Sportprüfungen vorbereitet zu sein, stehen uns ausserhalb des Stundenplans das Hallenbad und die Turnhalle zur Verfügung. Leider kam dann jedoch bereits nach der zweiten Woche an der Schule die zweite Welle des Covid-19-Virus und wir wurden alle sehr spontan in den Fernunterricht geschickt. Das bedeutet momentan bis auf weiteres Selbststudium der Theorie mittels PowerPoint-Präsentationen, Livestreams und Übungsaufträgen. Für Prüfungen sowie vereinzelte praktische Fächer dürfen wir tageweise und unter strengen Auflagen an die IPH. Es ist noch sehr ungewiss, wie es weitergeht und vor allem wie lange unsere Ausbildung davon noch in diesem Masse betroffen sein wird. Das Selbststudium fordert grosse Disziplin und Eigenverantwortung. Es gilt die Balance zu finden zwischen dem Erarbeiten der Theorie und dem gleichzeitigen Training für die Sportprüfungen. Liegt der Fokus zu stark auf der einen Seite, bleibt zu wenig Zeit für die andere. Die Tage, an welchen wir für die praktischen Fächer wieder an die Schule dürfen, geben mir viel Kraft in dieser nicht ganz einfachen Situation. Dies nicht zuletzt dank dem sehr guten Zusammenhalt meiner Mitaspirantinnen / -aspiranten.

Was hat dir bis jetzt an der Ausbildung besonders gut gefallen? Und was hat dich überrascht?
Die Abwechslung zwischen der körperlichen und geistigen Fitness hat mir bis jetzt sehr gut gefallen. Auch, dass die Theoriefächer immer mit Praxisbeispielen vermittelt werden. Überrascht hat mich die Vielfältigkeit der Lehrer. Manche kommen direkt von der Front, andere waren vorgängig einem Studium nachgegangen. Da die IPH eine interkantonale Schule ist, kommen die Ausbildner aus den verschiedensten Kantonen und Korps.

Was hat dir bislang an der Luzerner Polizei gefallen?
Die Einführungswoche hat bei mir einen guten Eindruck hinterlassen. Ich habe das offene und zuvorkommende Verhalten der Luzerner Polizei zwar bereits beim Bewerbungsprozess bemerkt, dieser Eindruck wurde dann aber in der ersten Woche noch verstärkt. Ich fühle mich von meinem Korps und dem Leiter Ausbildungsformation gut unterstützt und weiss, dass es allen ein grosses Anliegen ist, dass wir die Ausbildung gut meistern und im Korps anschliessend einen guten Start erleben. Im Januar durften wir das erste Mal Berufsluft schnuppern. Während fünf Tagen, inklusive einer Nachtschicht, waren wir einer Zweierpatrouille zugeteilt. Ich war bei der Verkehrspolizei und erlebte in dieser kurzen Zeit sehr viel Neues und Spannendes. Es schneite in diesen Tagen sehr stark. So hatten wir viel mit Lastwagen, Sattelschleppern und weiteren Motorfahrzeugen zu tun, welche auf den schneebedeckten Strassen Schwierigkeiten hatten. Aber nicht nur der Verkehr stand im Fokus; von einem entlaufenen Pferd über ein Beziehungsdrama mit einer psychisch angeschlagenen Person bis hin zu einer Hausdurchsuchung mit anschliessender Festnahme war alles dabei. Besonders gefallen hat mir, dass ich bereits die Möglichkeit erhielt, das Gelernte von der Schule in der Praxis umzusetzen. 


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