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Franziska, Veterinärpolizistin

Mich begeistern und faszinieren Tiere. Sie sind Lebewesen – soziale Wesen.

27.10.2021
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Franziska
Franziska

Stell dich doch mal vor. Wer bist du?
Ich heisse Franziska, arbeite als Veterinärpolizistin und bin seit 2008 bei der Polizei.

Was hat dich am Beruf Polizistin angesprochen? Wie bist du zur Luzerner Polizei gekommen?
Während der Ausbildung zur Landwirtin las ich einen Zeitungsbericht über die damalige Stadtpolizei Luzern. Die Vielseitigkeit dieses Berufs reizte mich. Ich schloss meine Berufslehre erfolgreich ab und bewarb mich anschliessend für die Polizeischule. Mit 22 Jahren durfte ich die Ausbildung zur Polizistin antreten. Es ist ein sehr interessanter und abwechslungsreicher Beruf, und ich bin von meinem Entscheid, zur Polizei zu gehen, weiterhin überzeugt.

Wie hat dein privates Umfeld auf deine Berufswahl reagiert?
Meine Freunde reagierten durchwegs positiv und waren sehr interessiert. Meine Eltern hatten einige Bedenken, wohl wegen der Sicherheit ihrer Tochter. 

Heute bist du Veterinärpolizistin? Wo warst du vorher bei der Luzerner Polizei überall tätig?
Nach der Polizeischule arbeitete ich drei Jahre bei der Stadtpolizei Luzern. Die Erfahrungen in diesem urbanen Gebiet waren für mich wichtig und dafür bin ich dankbar. Nach der Fusion mit der Kantonspolizei zur Luzerner Polizei im Jahr 2010 kam bei mir der Wunsch nach einer Veränderung auf. Ich bewarb mich bei der Verkehrspolizei. Während fünf Jahren war das Kantonsgebiet nun mein Wirkungsfeld, was mir sehr entsprach. Insbesondere die Arbeit auf der Autobahn empfand ich als spannend. Die unregelmässigen Arbeitszeiten machten sich bei mir jedoch körperlich bemerkbar. Ich fühlte mich oft müde. Es kam der Wunsch nach regelmässigen Arbeitszeiten auf. Seit dem Jahre 2016 arbeite ich nun bei der Veterinärpolizei und setze mich für das Wohl der Tiere ein. 

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus? Was gehört alles zu deinen vielseitigen Aufgaben?
Ich habe flexible Arbeitszeiten und plane meine Tage mehrheitlich selber. Mein Arbeitsplatz befindet sich in der Stadt Luzern, am Standort des Veterinärdienstes. Die amtlichen Tierärztinnen und amtlichen Fachassistentinnen sind meine engsten Mitarbeitenden. Ich begleite deren Tierschutzkontrollen, wenn abzusehen ist, dass aus Sicherheitsgründen polizeiliche Unterstützung erforderlich ist. Fachlich werden die Kontrollen stets durch die Fachpersonen des Veterinärdienstes geführt. Die Kontrollen finden im Heim- und im Nutztierbereich statt. Das bedeutet, dass ich mit sämtlichen Tierarten in Kontakt kommen kann. Ich führe auch Einvernahmen durch und verfasse Strafanzeigen an die Staatsanwaltschaft. Während diesen Arbeiten trage ich zivile Kleidung. Uniformiert bin ich, wenn wir Tiertransporte im Strassenverkehr kontrollieren. 

Was fasziniert dich an deinem Beruf? Wo siehst du besondere Herausforderungen?
Tiere haben für Menschen ganz unterschiedliche Bedeutungen. Sie können Sozialpartner oder auch Statussymbol sein. Auch werden sie genutzt und gegessen. Mich begeistern und faszinieren Tiere. Sie sind Lebewesen – soziale Wesen. Oft wird aus wirtschaftlichen Gründen, aus einem Missverständnis heraus, aus Unwissen, aus Gleichgültigkeit oder aus finanziellen Gründen über die Bedürfnisse der Tiere hinweggeschaut. Ich stelle jedoch auch fest, dass der Tierschutz in der Bevölkerung einen grossen Rückhalt geniesst. Meine Position erlaubt es mir, mich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen für die Tiere einzusetzen. Meine berufliche Tätigkeit ist sehr vielseitig. So kommt es nicht selten vor, dass ich am Morgen bei einer Kontrolle im Stall stehe und am Nachmittag im Büro eine Einvernahme durchführe oder einen Rapport verfasse. Für mich eine tolle Kombination. Oft sind Tierhalterinnen und Tierbetreuer uneinsichtig und überfordert. Ich mag jedoch den Kontakt mit Menschen. Das kommt mir dabei sehr entgegen.

Für alle die sich für den Beruf Polizistin/Polizist interessieren. Welches sind aus deiner Sicht die wichtigsten Eigenschaften die eine Person mitbringen sollte?
Der tägliche Kontakt mit Menschen macht meinen Beruf abwechslungsreich und zugleich anspruchsvoll. So ist es wichtig, Menschen zu mögen. Der korrekte Umgang mit Menschen ist wichtig – auch in schwierigen Situationen. Teamfähigkeit und ein ausgeglichenes Temperament erachte ich als weitere wichtige Grundvoraussetzungen für den Polizeiberuf. Die körperliche Fitness ist ebenfalls ein relevanter Punkt. Ein gesunder Geist steckt in einem gesunden Körper.

Möchtest du noch etwas Abschliessendes sagen? 
Albert Schweitzer brachte es auf den Punkt: Tierschutz ist Erziehung zu Menschlichkeit.


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  • Bättig Meinrad 31.10.2021, 19:52 Uhr
    Sehr interessantes, informatives Interview. Mir gefällt vorallem die unkomplizierten sehr gut verständlichen Antworten womit einen sehr guten, tiefen Einblick in die wertvolle Polizeiarbeit gewährt wird. Eine sehr gute Omage über die wichtige Polizeiarbeit zum Wohle der Bevölkerung.
  • Theres Husmann 31.10.2021, 18:45 Uhr
    Liebe Franziska, das Interview hat uns sehr gefallen, es war spannend und interessant über deine Arbeit bei der Polizei zu lesen. Wir wünschen dir weiterhin viel Freude und Erfolg. Herzliche Grüsse - auch an deine Lieben. Theres&Sepp
  • Rita und Sepp Bättig 31.10.2021, 17:28 Uhr
    Finden wir interessant und suuuper.
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