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André, Chef der Polizeiregion Entlebuch

Aufgrund eines kleinen Teams sind wir gut ausgelastet und mit einer hohen Präsenzzeit im Frontdienst auch recht gefordert.

30.09.2021
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Stell dich doch mal vor. Wer bist du?
Mein Name ist André und ich bin 44 Jahre alt. Ich arbeite bei der Sicherheitspolizei Nord als Chef der Polizeiregion Entlebuch im Grad eines Adjutanten. Vor 21 Jahren habe ich die Zentralschweizer Polizeischule absolviert.

Wie bist du zur Luzerner Polizei gekommen? Was waren deine Gründe für die Berufswahl «Polizist»?
Der Polizeiberuf faszinierte mich schon immer. Zudem war mein Nachbar Verkehrspolizist bei der damaligen Kantonspolizei Luzern. Er war quasi mein Vorbild. Ich absolvierte zuerst eine vierjährige Berufslehre als Elektromonteur und war danach zwei weitere Jahre als Allrounder im Strassenbau tätig. Es stellte sich die Frage, ob ich eine Zusatzlehre als Strassenbauer anhänge. Doch mein Wunsch, Polizist zu werden, war grösser, und so habe ich mich bei der damaligen Kantonspolizei Luzern beworben. Nach positivem Bescheid durfte ich kurze Zeit später an der Zentralschweizer Polizeischule meine Ausbildung beginnen.

Wie war dein bisheriger Werdegang? Wo warst du bei der Luzerner Polizei schon überall tätig?
Nach Abschluss der Zentralschweizer Polizeischule 1999/2000 in Sempach sammelte ich als Stagier bei den Polizeiposten Escholzmatt und Horw die ersten polizeilichen Erfahrungen. Das kleine und sehr familiäre Team der Polizeiregion Entlebuch sagte mir sehr zu. Als dort dann eine Stelle frei wurde, habe ich mich für den Polizeiposten Escholzmatt beworben und die freudige Zusage erhalten. Während dieser Zeit durfte ich im Bereich Schwerverkehr mehrere Aus- und Weiterbildungen absolvieren. Ebenso legte ich die Lastwagenprüfung ab. Weiter war ich über mehrere Jahre in der Sondergruppe Albatros, was für mich eine tolle Abwechslung zur täglichen Polizeiarbeit darstellte. Und so durchlief ich mit der Zeit sämtliche Stationen in der Polizeiregion Entlebuch, bis ich im Jahr 2016 zuerst Chef ad interim und kurze Zeit später zum Chef der Polizeiregion Entlebuch gewählt wurde.

Wie sieht dein Arbeitsalltag bei der Sicherheitspolizei aus?
Ich leite die Polizeiregion Entlebuch sowohl fachlich wie personell. Dabei darf ich auf die Unterstützung meiner beiden Stellvertreter zählen. Gemeinsam dürfen wir auf ein tolles und motiviertes 14-köpfiges Team zurückgreifen. Ich bin hauptsächlich das Bindeglied zwischen der Abteilungsleitung und den Mitarbeitenden. Weiter bin ich auch die Ansprechperson für die Behörden und für die Bevölkerung. Nebst der Dienstplanung leiste ich Frontdienst und koordiniere grössere Einsätze und Veranstaltungen wie beispielsweise die Alpabfahrt, der kalte Markt, Fasnachtsanlässe und vieles mehr. Mir ist es ein Anliegen, möglichst nah beim Team zu sein, um den Puls der Mitarbeitenden fühlen zu können. Daher möchte ich den Frontdienst nicht missen. Die Polizei- und Führungsarbeit ist sehr interessant und abwechslungsreich – gleichzeitig aber auch anspruchsvoll.

Was macht die Polizeiregion Entlebuch für dich aus?
Die Polizeiregion Entlebuch ist relativ klein. Die Zusammenarbeit und die Pflege der Kameradschaft in einem kleinen Team ist von grosser Wichtigkeit. Mehrheitlich sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Region wohnhaft und verwurzelt. So kann es schon mal vorkommen, dass man privat angesprochen und um einen Ratschlag gebeten wird. Wir geniessen ein grosses Vertrauen bei der Entlebucher Bevölkerung und unsere Polizeiarbeit wird sehr geschätzt.

Was empfindest du als Vor- bzw. Nachteile an der Region?
Unsere Arbeit in der Polizeiregion Entlebuch ist sehr abwechslungsreich und interessant. Die Einsätze sind sehr vielseitig. Natürlich haben wir nicht eine Auftragslage wie beispielsweise in der Stadt Luzern. Doch aufgrund des kleinen Teams sind wir gut ausgelastet und mit einer hohen Präsenzzeit im Frontdienst auch recht gefordert.

Was war dein beruflich interessantestes/einschneidenstes Erlebnis, welches du in Entlebuch erlebt hast?
Natürlich gab es in meiner bisherigen Laufbahn viele schöne und amüsante, leider aber auch einige sehr traurige Erlebnisse. Als schönes Erlebnis bleibt mir die Begegnung mit einem Erstklässler, als ich auf Schulwegüberwachung war. Er hat mich spontan angesprochen und mich gebeten, auf seinem Arm zu unterschreiben. Am nächsten Tag kam er wieder vorbei und reichte mir ein «Meine Freunde»-Buch mit der bitte, mich einzutragen. Der Junge ist mittlerweile ein Teenager und wir haben immer noch Kontakt. Als sehr einschneidendes Ereignis hat sich der Amoklauf von Escholzmatt im Jahre 2004 bei mir eingeprägt.

Es gäbe noch viele andere Anekdoten, diese würden aber den Rahmen sprengen. Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich mit jedem Ereignis gewachsen bin und auch weiterwachsen werde. Zum Glück überwiegen die schönen Erlebnisse und die Bevölkerung zeigt über unsere Hilfe oder Einsätze grosse Dankbarkeit.

Möchtest du noch etwas Abschliessendes sagen?
Die Welt verändert sich durch dein Vorbild, nicht durch deine Meinung.
 


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